Farbwahl für die Website: Ihre Lieblingsfarbe ist nicht immer die richtige
Farbwahl ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Frage von Lesbarkeit und Wiedererkennung. So wählen und verwenden Sie eine Markenfarbe.

"Ich mag Blau, machen wir die Seite blau." Diesen Satz hören Designer am häufigsten, und er verursacht die meisten Probleme. Farbwahl ist weit mehr als persönlicher Geschmack.
Drei Farben genügen
Eine gute Palette besteht aus drei Rollen:
Hintergrundfarbe. Bedeckt den größten Teil der Seite. Weiß, gebrochenes Weiß oder ein sehr dunkler Ton. Nie gesättigt — das ermüdet das Auge.
Textfarbe. Muss stark zum Hintergrund kontrastieren. Ein sehr dunkles Grau wirkt meist weicher und ist besser lesbar als reines Schwarz.
Akzentfarbe. Ihre Markenfarbe. Nur für Buttons, Links und Dinge, die herausstechen sollen. Bedeckt sie mehr als etwa 10 % der Seite, ist sie kein Akzent mehr.
Warum der Akzent sparsam bleiben muss
Betonung entsteht aus der Ruhe drumherum. Machen Sie alles orange, sticht nichts hervor. Was den Blick auf den Button zieht, ist nicht dessen Farbe, sondern das Fehlen von Farbe ringsum.
Kontrast ist nicht verhandelbar
Hellgraue Schrift auf hellgrauem Grund kann elegant aussehen, ist aber unlesbar. Wer an einem sonnigen Tag aufs Handy schaut, sieht diesen Text überhaupt nicht.
Es gibt eine messbare Schwelle: Für normalen Text sollte das Kontrastverhältnis zum Hintergrund mindestens 4,5:1 betragen. Kostenlose Kontrastprüfer messen das in Sekunden.
Farbe darf nie allein Bedeutung tragen
"Die roten sind ausverkauft" ist für farbenblinde Besucher bedeutungslos (etwa 8 % der Männer). Ergänzen Sie Farbe immer um ein Symbol oder Text.
Wenn Sie ein dunkles Design erwägen
Dieselben Farben verhalten sich im Dunkelmodus anders. Ein Orange, das auf hellem Grund gut wirkt, kann auf dunklem grell sein — oder umgekehrt zu matt zum Lesen.
Prüfen Sie den Kontrast in beiden Themes getrennt. Auf dieser Website wechselt die Icon-Farbe im hellen Modus zu einem etwas dunkleren Ton, weil das Markenorange auf Weiß nicht genug Kontrast liefert.
Womit anfangen?
Haben Sie ein Logo, steckt die Palette schon darin. Machen Sie die Hauptfarbe des Logos zum Akzent und halten Sie den Rest neutral. Ohne Logo: Meiden Sie die Farbe, die in Ihrer Branche alle nutzen — in einer blauen Branche orange zu sein bleibt besser hängen als blau.
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